26.01.1895 Schreiben Lydia Brandt

Lydia Heinrichs, die Ehefrau von Friedrich Heinrichs, berichtet Inspektor Schreiber am 26. Januar 1895
über einen Reitunfall ihres Ehemannes

„Bethanien, den 26. Jan. 95
Lieber Herr Inspektor,
da mein lieber Mann augenblicklich unfähig ist zu Schreiben, so möchte ich den Fragebogen noch einige Zeilen beifügen und Ihnen mitteilen, weshalb der Bogen nicht von meinem lieben Mann, sondern von mir geschrieben ist.
Dienstag Nachmittag wurde mein Mann zu einer sehr Kranken auf einen Außenplatz 5 Stunden zu Pferde von hier gerufen. Des folgenden Tages ritt mein Mann wieder zurück, kurz vor Bethanien in der Dunkelheit strauchelte sein Pferd über einen kleinen dürren Strauch und wurde dann wild.
Infolgedessen warf das Pferd meinen Mann ab und durch diesen Fall erhielt er einen Armbruch gerade hinter dem Handgelenk am rechten Arm. Doch dürfen wir dem Herrn danken, daß Er ihn vor noch größerem Unglück bewahrt hat, denn da mein lieber Mann den rechten Fuß noch im Steigbügel hatte, wurde er vom Pferd noch ein Stückchen mitgeschleift, aber gerade wo das Pferd in die Steine rannte, wurde mein lieber Mann frei. Anfänglich waren die Schmerzen sehr groß, zwei der deutschen Soldaten legten, so gut sie es eben verstanden, einen Verband an, und so hoffen wir, daß mit Gottes Hülfe derselbe in Bälde geheilt sein wird. Den ausführlichen Brief meines Mannes, der am 19. Januar von hier abgesandt ist, werden Sie hoffentlich inzwischen erhalten haben. Leider war damals der Fragebogen vergessen und bittet mein Mann darum um Entschuldigung. Einen gedruckten Fragebogen hatten wir nicht erhalten.
Mir geht es Gott lob noch gut. Herzlichen Gruß an Herrn Herrn Inspektor Spiecker und Familie als auch den Schwestern der Missionsschule. besonders aber an Sie, lieber Herr Inspektor nebst Ihrer lieben Familie herzlich gegrüßt von Friedrich und Lydia Heinrichs.“