19.07.1895 Schreiben Cornelius Frederiks

Hier ist die deutsche Übersetzung des historischen Briefes von Cornelius Frederiks:vom 19. Juli 1895

Friede und Versöhnung, Bethanien, den 19. Juli 1895

Hochehrwürdiger Herr Inspektor,

Ich fühle mich innerlich sehr verpflichtet, Ihnen heute zu schreiben, da ich dieses nicht mehr in mir niederdrücken kann. Es ist Ihnen sicherlich bereits mitgeteilt worden, dennoch tue ich dies hiermit auch von meiner Seite und teile dadurch mit, dass ich mich doppelt schwer belastet habe: damit, dass ich das vor dem Herrn versündigte Amt (Bruderschaft) missbraucht habe, und das nicht allein.

Ich bin vor der Gemeinde des Herrn und vor dem Herrn selbst zu einem Feind geworden – dadurch, dass ich die Gemeinde des Herrn, anstatt sie für Ihn zu weiden, zerrissen habe; besonders dadurch, dass ich ihr tiefen Schmerz zugefügt habe. Diese schwere Sünde drückt mich nieder, und ich kann mich vor dem Herrn nicht genug demütigen, um um Gnade zu flehen.

Der Herr hat nach Seiner großen Gnade so weit geholfen, dass ich die Vergebung meiner Sünden erlangt habe und zugleich wieder Anteil am Heiligen Sakrament habe. Doch da ich in mir selbst noch einen Feind verspüre, klage ich mit meinen Kindern schwer betrübt… [und bitte Sie], die Güte zu haben, mir vergeben zu wollen und meiner im Fürbittengebet zu gedenken, dass der Herr mich stärke…

Hiermit schließe ich meinen Brief mit herzlichen Grüßen und nenne mich in wahrer Hochachtung

Cornelius Frederiks , An den hochehrwürdigen Inspektor Schreiber, Missionshaus Barmen