13.06.1899 Bericht Friedrich Heinrichs

Schreiben Friedrich Heinrichs an Rheinische Missionsgesellschaft 13. Juni 1899

Lieber Herr Insp. P. Spiecker nebst Familie! Heute Mittag um 12 Uhr schenkte uns Gott ein gesundes Söhnlein, welches hierdurch hocherfreut anzeigen:

Frau und Missionar Heinrichs.

In Eile noch einige Zeilen: Meine l. Frau hat eine schwere Geburt gehabt. Nachdem die letzte Nacht damit durchgebracht war, glaubten die Hebammen & Mrs. Mason, die Pflegerin meiner Frau, daß weder meine Frau noch das Kind durchkommen werde. Als wir dann endlich das, was vor dem Söhnlein lag in Form einer Schleimschürze, durchschnitten, kam das Söhnlein. Natürlich war dasselbe erst ohnmächtig, doch durch Reiben, Schlagen schließlich zum Leben. Daß unsere Freude groß ist, können Sie sich denken.

Nun habe ich noch eine Bitte: Wollen Sie bitte Herrn Schreiber diese Freudenbotschaft mitteilen? Wollen Sie bitte sorgen, daß die Geburtsanzeige in unseren Berichten beider, sowohl meine Hochzeit mit meiner ersten Frau und jetzt mit meiner zweiten Frau, als auch die Ankunft beider hier niemals im Bericht erwähnt worden sind, von den Eingeborenen doch gefragt worden war: „Warum ist das nicht geschehen, denn der Heizer & Miss. haben doch ihre Anzeigen.“

Mit herzl. Gruß, Ihr F. Heinrichs